Killerspiele im Fokus

In diesem Spiegel.de-Artikel wird die Schwierigkeit der Diskussion über "Killerspiele" auf eine logische und angebrachte Weise dargelegt, dass nämlich die Menschen in Deutschland, die über "Killerspiele" diskutieren, allesamt zu alt sind. Es scheint tatsächlich so. Warum werden nicht junge Leute befragt, und wenn doch, wie in dem Beitrag beschrieben, warum werden sie weder ernst genommen noch mit dem nötigen Respekt behandelt?

Ist es wirklich nötig, Computerspiele zu verbieten?
Oder wird dadurch von manchen energischen Politikern die Mündigkeit der Deutschen angezweifelt? Letzteres sehe ich nämlich so. Spiele verbieten ist albern. Die Leute, die an die Spiele dennoch kommen wollen, können das auch. Das klappt mit Waffen, die ja bereits nur sehr eingeschränkt zu bekommen sind, ja schließlich auch. Spiele werden in unseren deutschsprachigen Nachbarländern ohne Einschränkung, ohne Zensur und ohne Diskussion verkauft. Natürlich gibt es dort eine Altersbeschränkung, wie auch hier in Deutschland. Aber verkauft werden dürfen die Spiele da dennoch.

Vor allem erstaunlich ist, dass besagte Politiker keinen halben Tag und somit auch die genau analysierte Tatdarstellung abgewartet haben, bevor sie ihre undurchdachte Forderung nach einem Verbot in den Medien plazierten.

Der Ruf nach einem Verbot von Spielen riecht in meiner Nase sehr nach Bücherverbrennung, die in der politisch nur wenig schlimmeren Zeit um 1940 so populär war. Dort wurde auch den Deutschen gesagt, welche Art von Medien sie noch konsumieren dürfen. Was daraus wurde, ist ja hinreichend bekannt.

Ich bin also völlig auf der Seite des Spiegel-Artikel-Autors mit seiner Problemdarstellung.

23.11.06 15:32

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(23.11.06 19:19)
Ich bin zwar im Großen und Ganzen deiner Meinung, dass wir selbst entscheiden sollten, ob wir solche Spiele spielen oder nicht, aber ich finde deine dargestellte Schlussfolgerung übertrieben. Die Situationen sind nur ansatzweise vergleichbar. Wir leben schließlich in einer Wissensgesellschaft mit unbegrenztem Informationsfluss - etwas, das 1940 so nicht existierte.

Gruß, Oliver.

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen